Zum Weltumwelttag: Fahrraddemo auf Autobahn A2 und A39 für Verkehrswende

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Für Samstag, den 5.6.21 laden Klimaschutz- und Verkehrsinitiativen zu einer Fahrraddemo über die Autobahnen A2 und A39 bis Wolfsburg ein. Beginn ist um 9:30 am Schlossplatz. Für Interessierte, die nicht so weit radeln können, stehen Busse zur Verfügung (um Anmeldung wird gebeten unter info@braunschweig.greenpeace.de).
Die Verkehrswende sei überfällig, so Pauline Hömmen von Fridays for Future: „Hunderttausende Bäume und ganze Ökosysteme werden jährlich für Autobahnbau geopfert, für die A39 von Wolfsburg bis Lüneburg, für die parallele A14, für die A49 im Danni usw. und z. B. auch im Kreuz Süd in Braunschweig. Ganze 850 km Autobahnneubau stehen im Bundesverkehrswegeplan, während Bahnstrecken immer noch stillgelegt statt ausgebaut werden. Mit Vollgas in die Klimakatastrophe – das muss ein Ende haben!“
Harald Walsberg vom VCD Niedersachsen ergänzt: „Die sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft und des Verkehrs kann nur gelingen, wenn endlich umgesteuert wird von der selbstzerstörerischen Verschwendungs- in eine überlebenssichernde Nachhaltigkeitsgesellschaft. Das bedeutet eine neue Genügsamkeit im Güteraustausch und
Personenverkehrsaufkommen und die Verlagerung des Restverkehres weitestgehend auf die Schiene. Diese Kombination kann die drei Nachhaltigkeits-Kriterien Suffizienz, Konsistenz und Effizienz erfüllen. Der Erfolgsweg lautet somit: ein dichtes neues Schienennetz statt Autobahnen schaffen, erstklassigen Kundenservice aufbauen, einen Teil der Autofabrikation auf Schienenfahrzeugfabrikation und Gleisbau umstellen. Langfristig sichere Arbeitsplätze sind damit ganz nebenbei geschaffen.“
Um 12:25 ist eine Kundgebung an der Abfahrt Scheppau geplant. Dazu Jurij Koschmann von der BI Gegenwind Scheppau: „Mitten zwischen Naturschutzgebieten, fernab von jedem Radschnellweg, öffentlichen Verkehrsmitteln und Bahnhöfen planen CDU, SPD & Co. aus Braunschweig, Wolfsburg, Wolfenbüttel und Helmstedt für ein riesiges neues Großgewerbegebiet 186 Hektar Wald, Grün- und Ackerland zu versiegeln – während andernorts viele Industrieflächen brach liegen. Artensterben made in Germany!“
Birgit Huvendieck von der BI Baumschutz pflichtet bei: „Die Auswirkungen auf die Klimakatastrophe wären unverhältnismäßig hoch. Das würde durch einen Ausbau der A39 exponentiell verstärkt. Neue Straßen und Gewerbegebiete auf der grünen Wiese ziehen neuen Verkehr an und erzeugen damit noch mehr Unfälle, Verletzte und Tote. Davon haben wir in unserer Autoregion schon viel zu viele!“
Um 15 Uhr, nach 37 km langsamer Fahrt mit drei Pausen wollen sich die Klimaschützer:innen in Wolfsburg an der Citygalerie mit einer Fahrraddemonstration des BUND gegen den geplanten Ausbau der A39 vereinigen. Gemeinsam soll es weiter gehen über die A39 bis zur Abschlusskundgebung in Jembke, wo sich die Bewohner:innen gegen eine geplante große Tank- und Rastanlage wehren. Dr. Britta Hirschberger von Extinction Rebellion erklärt: „Die Aktionen sind Teil eines bundesweiten Aktionswochenendes gegen Autobahnbau. Warum? 1053 Verletzte und 8 bis 9 Tote pro Tag allein in Deutschland.
Dazu die 13.000 jährlich, die an Luftverschmutzung sterben. Plus die, die unter dem Lärm leiden und die, die deswegen früher sterben. Die, die nicht mehr draußen spielen oder sich erholen können, weil fast alle Flächen von parkenden und fahrenden Autos blockiert sind. Rohstoffverbrauch mit Vernichtung ganzer Regionen für Öl-, Gas-, Lithium- und anderen Metallabbau, inklusive Vertreibung bis hin zu zahlreichen Morden. Riesige Flächen versiegelt,
Wälder gerodet, Täler zerschnitten, Dörfer getrennt, Tiere totgefahren und lebensfeindlich asphaltierte Städte. Zu 25 % Ursache der Klimakatastrophe, die unser Aussterben binnen ca. vier Generationen bedeutet, wenn wir nicht noch die Kurve kriegen. Was braucht es noch an Argumenten für eine Verkehrswende?“
Wer möchte, könne in Jembke übernachten und am Sonntag, den 6.6.21 weiter demonstrieren, so die Veranstalter:innen. Die Tour soll 22 km bis Wahrenholz führen, dann mit der Bahn nach Lüneburg und dort um 12:00 Uhr auf eine Fahrraddemonstration treffen, die wiederum auf der A39 bis nach Winsen und zurück führen wird. Informationen zu den Demos gibt es in einer offenen Telegram-Gruppe unter https://is.gd/w8co5W und auf den
Internetseiten der erwähnten Initiativen.
Zu der bisherigen Verweigerungshaltung der Versammlungsbehörde verdeutlicht  Klimaschützer Edmund Schultz, der die Demo angezeigt hat: „Mit unserer Aktion unterstützen wir, genauso wie das Bundesverfassungsgericht, die Bundesrepublik Deutschland darin, ihrer mit dem Pariser Klimaabkommen eingegangenen Verpflichtung nachzukommen. Insofern ist unsere Aktion gesetzeskonform, gemeinnützig, förderungswürdig und verhältnismäßig. Wir werden die Demonstration auf den Autobahnen durchsetzen und uns nötigenfalls durch alle Instanzen klagen.n Was seit dem Widerstand gegen den Bau der A49 im „Danni“ an vielen Orten in Deutschland möglich war (Stuttgart, Frankfurt, Berlin, Köln, Hessen, …), gilt auch für unsere Region und auch für die A2. Es ist höchste Zeit!
Jeder Tag, den die Verkehrswende dadurch früher kommt, rettet Menschenleben!“

 

Text: Edmund Schultz, Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweighttps://orga.extinctionrebellion.de/s/dEjbMLpfwLqaGJb

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