Eintracht beim 0:4 in Hamburg chancenlos

Das Wunder von Hamburg ist ausgeblieben

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Enttäuschung und Frust. Foto: Matthias Schumacher
Als die Spieler untröstlich nach 90 Minuten auf den Boden des Volksparkstadions in Hamburg sanken und vor allem als wenige Minuten später die erhoffte Schützenhilfe von Erzgebirge Aue über den Lautsprecher und die Anzeigentafel publik wurde, begriffen die Akteure der Braunschweiger Eintracht, welch große Chance sie im letzten Saisonspiel haben liegen lassen. Der sechste Abstieg der Braunschweiger Eintracht wäre mit einem Dreier in Hamburg zumindest noch mit der Rettung in die Relegation vermeidbar gewesen, aber das Team von Daniel Meyer war beim 0:4 nahezu chancenlos. Sich selbst geschwächt durch die Nichtberücksichtigung von Leistungsträgern gerieten die Löwen bereits in der 7. Minute durch einen Traumfreistoß von Kittel auf die Verliererstraße. Ob alles anders gekommen wäre, wenn Kroos zwei Minuten zuvor mit einem Schuss von der Mittellinie das leere Tor getroffen hätte und die Eintracht mit der Führung im Rücken das später fehlende Selbstbewusstsein höher geschraubt hätte, sei dahin gestellt. So konnte der HSV sein Kombinationsspiel aufbauen und ließ die Eintracht und den Ball in den eigenen Reihen laufen. Das 0:2 erneut durch Kittel und der weitere Gegentreffer durch Meissner direkt mit dem Halbzeitpfiff brachte die Löwen schon nach 45 Minuten uneinholbar auf die Verliererstraße. Das Zwischenergebnis aus Aue, wo Konkurrent Osnabrück zeitgleich die nötigen Punkte zum Klassenerhalt einzufahren schien, dürfte der letzte Motivationskiller gewesen sein, dem Spiel noch eine andere Wendung zu geben. Eigene zwingende Tormöglichkeiten blieben auch in der zweiten Halbzeit auf Braunschweiger Seite Mangelware, obwohl man der Mannschaft das Bemühen nicht absprechen konnte, die Mittel gegen einen HSV, der trotz festehendem verpassten Wiederaufstieg in die Bundesliga übermächtig erschien, reichten einfach nicht aus. Der zur Pause eingewechselte Simon Terrodde sorgte in der 76. Minute für die endgültige Entscheidung, holte auch die kühnsten Optimisten auf blau-gelber Seite aus ihren Träumen. Mit dem 0:4 waren die Löwen letztlich noch gut bedient, denn Terrodde versuchte weiterhin den Kampf um die Torjägerkanone der 2. Liga gegen den Darmstädter Dursun zu gewinnen, traf in der 85. Minute aber nur den Pfosten des Eintracht Gehäuses. Dass die Zweitligasaison nicht erst in dieser letzten Partie der Saison verloren wurde mit dem Abstieg in Liga 3, zeigt die Schlusstabelle deutlich auf.  Nur 31 Punkte auf der Habenseite, in 34 Spielen selbst nur 30 Treffer erzielt – die Eintracht muss nicht unverdient oder mit viel Pech die Liga verlassen. Der große Traum in der nächsten Saison im ausverkauften Stadion Schalke 04, Werder Bremen, den HSV oder vielleicht auch den 1. FC Köln empfangen zu können ist ausgeträumt. Viktoria Köln und der SC Verl heißen die kommenden Gegner, die das Eintracht Stadion füllen müssen. Die große Chance, im letzten Saisonspiel das Ruder noch einmal herum zu reißen, wurde vertan – das Wunder von Hamburg ist ausgeblieben.
Text: Matthias Schumacher

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