Miese Masche: Betrug an Senioren

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Die Kriminellen suchen sich gezielt ältere Opfer aus, weil sie bei ihnen leichte Beute vermuten. (Foto: 1604 Postbank / © HighwayStarz)

Seit Beginn der Corona-Krise werden immer mehr √§ltere Menschen Opfer¬†von Trickbetr√ľgern. Die Kriminellen nutzen Isolation und √Ąngste der Menschen¬†aus und m√ľnzen bekannte Betrugsstrategien auf die Pandemie um. Wer ihre¬†Maschen kennt, kann sich besser sch√ľtzen.

‚ÄěBleiben Sie zu Hause‚Äú: Die Deutschen haben wohl noch nie so viel Zeit zu Hause¬†verbracht wie w√§hrend der Corona-Krise. Schlechte Zeiten f√ľr Einbrecher und¬†Taschendiebe. Aber offenbar beste Bedingungen f√ľr Betr√ľger, die √§ltere Menschen im¬†Visier haben: Allein in NRW stieg die Zahl der auf Senioren zielenden Betrugsdelikte ‚Äďwie Enkeltrick oder falsche Amtstr√§ger ‚Äď im Vergleich von 2019 zu 2020 um knapp¬†38 Prozent, zitiert das Landeskriminalamt NRW die Polizeiliche Kriminalstatistik. Zwar¬†sei das Risikobewusstsein der √ľber 65-J√§hrigen im √∂ffentlichen Raum hoch ‚Ästbeispielsweise f√ľhren √§ltere Personen weniger Bargeld bei sich. Aber: ‚ÄěIn ihren¬†vermeintlich sicheren vier W√§nden erkennen Seniorinnen und Senioren das kriminelle¬†Vorgehen von T√§terinnen und T√§tern oft nicht oder sind in spontanen Tatsituationen¬†derart √ľberrascht, dass sie das vorhandene Wissen hier√ľber nicht abrufen k√∂nnen‚Äú,¬†berichtet Kriminalhauptkommissar Udo Rechenbach.

Falscher Enkel hat Corona
Das √úberraschungsmoment, gepaart mit emotionalem Druck, nutzen die Kriminellen¬†beispielsweise beim Enkeltrick. Bei dieser perfiden Masche ruft der Betr√ľger sein¬†potenzielles Opfer an und gibt sich als naher Verwandter aus, der in eine Notsituation¬†geraten ist und finanzielle Hilfe ben√∂tigt. Aktueller Aufh√§nger: Ein Angeh√∂riger habe¬†sich mit Covid-19 infiziert, liege im Krankenhaus und ben√∂tige dringend Geld, um die¬†√§rztliche Behandlung zu bezahlen. Willigt das Opfer ein, holt ein Bote das Geld ab oder¬†begleitet das Opfer sogar zur Bank, um Ersparnisse vom Konto abzuheben. Der¬†Schaden bei dieser Betrugsmasche kann au√üerordentlich gro√ü sein: ‚ÄěF√§llt das Opfer¬†auf den Trick herein, ist oftmals das √ľber Jahrzehnte angesparte Verm√∂gen auf einen¬†Schlag weg‚Äú, warnt Anja Maultzsch, Expertin f√ľr Seniorenfragen bei der Postbank.¬†Gerade w√§hrend der Pandemie waren Senioren anf√§llig f√ľr Straftaten dieser Art, weil¬†sie oft allein zu Hause waren.

Vorsicht: manipulierte Rufnummer
Auf demselben Prinzip wie der Enkeltrick basiert die Masche ‚ÄěFalsche Amtstr√§ger‚Äú:
Dabei ruft ein vermeintlicher Polizeibeamter oder Mitarbeiter des Gesundheitsamtes¬†das potenzielle Opfer mit einer manipulierten Nummer an, sodass 110 oder eine andere¬†bekannte Nummer im Display erscheint. Der Anrufende behauptet, der Wohnort des¬†Betroffenen sei unter Quarant√§ne gestellt worden und m√ľsse untersucht oder¬†desinfiziert werden. Auf diese Weise verschaffen sich die Kriminellen Zugang zur¬†Wohnung des Opfers, wo sie es auf Bargeld und Wertgegenst√§nde abgesehen haben.‚ÄěEs ist wichtig, nicht nur die √§lteren Menschen selbst, sondern auch ihr soziales Umfeld¬†fuŐąr diese Form des Betrugs zu sensibilisieren und mit den neuesten Erkenntnissen uŐąber¬†die Vorgehensweise der T√§ter vertraut zu machen,‚Äú sagt die Postbank Expertin.¬†‚ÄěWissen ist der beste Schutz, um derartige Straftaten zu verhindern.‚Äú

Text: Postbank Pressedienst

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