Meteorologisches Flugsystem der TU Braunschweig an der Ostsee getestet

Wetterballon-Alternative startete mit Katapult in Schleswig-Holstein

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Heiko Wickboldt (Radiosondenbeauftragter), Lutz Bretschneider (Sicherheitsoffizier/Sicherheitspilot), Andreas Schlerf (Elektronikbeauftragter), Sven Bildmann (Medien- und Kommunikations beauftragter), Konrad BĂ€rfuss (UAS Operator/Systementwicklung). Im Vordergrund das System LUCA mit Auftriebshilfen. Foto: IFF/TU Braunschweig

Bei Flugversuchen im Mai 2021 erreichte das unbemannte Flugsystem LUCA, ausgestattet mit meteorologischer Messtechnik, eine Höhe von 4,8 Kilometern. LUCA steht fĂŒr „Lightweight Unmanned high Ceiling Aerial system“ und wird im Projekt AEROMET_UAV von der Technischen UniversitĂ€t Braunschweig gemeinsam mit Partnern entwickelt. Damit werden die Grundlagen geschaffen, um an beliebigen Orten weltweit zusĂ€tzliche meteorologische Messdaten fĂŒr Wettermodelle zu erfassen. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium fĂŒr Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen von mFUND gefördert.

FlĂŒge bis in solche Höhen sind in Deutschland normalerweise nur in militĂ€rischen Sperrgebieten möglich. FĂŒr Flugversuche startete LUCA auf dem TruppenĂŒbungsplatz der Bundeswehr Todendorf/Putlos in Schleswig-Holstein. „Wir freuen uns, dass wir dem Ziel, einem Einsatz an der Neumayer-Station in der Antarktis, ein großes StĂŒck nĂ€hergekommen sind“, sagt der Entwickler des Flugsystems von der TU Braunschweig, Dipl.-Ing. Konrad BĂ€rfuss.

LUCA wurde im Rahmen des BMVI-Projekts AEROMET_UAV, kurz fĂŒr „Aufwertung und Erweiterung meteorologischer Datenerfassung durch Meteorologisches UAV“, unter der Projektleitung von Dr. Astrid Lampert entworfen. Partner der TU Braunschweig sind die Firma Exabotix GmbH, das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum fĂŒr Polar- und Meeresforschung und der Deutsche Wetterdienst. Das Flugsystem LUCA wurde am Institut fĂŒr FlugfĂŒhrung (IFF) der TU Braunschweig, geleitet von Professor Peter Hecker, entwickelt und in enger Zusammenarbeit mit der Wiener Firma „more than scale composite“ aufgebaut.

Nachhaltige Alternative zu Wetterballons
Weltweit werden jeden Tag Wettersonden an Ballonen gestartet, die Informationen ĂŒber Druck, Temperatur, Feuchte und Wind fĂŒr die Wettervorhersage liefern. Diese Wetterballons können nicht gesteuert werden, sondern fliegen mit dem Wind. Ihre Überreste können nur in begrenztem Maße geborgen werden und verbleiben somit hĂ€ufig in der Umwelt. Im Projekt AEROMET_UAV baut die TU Braunschweig eine Alternative dazu: ein unbemanntes Flugsystem, das robust, steuerbar und einfach zu bedienen ist. Das System soll insbesondere auch den schwierigen Wetterbedingungen in der Antarktis gewachsen sein und nach den Entwicklungsarbeiten an der Neumayer-Station erprobt werden.

Projektdaten:
Das Bundesministerium fĂŒr Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert das Projekt ĂŒber drei Jahre. Die gesamte Förderung betrĂ€gt 716.000 Euro. Projektbeginn war der 1. August 2018.

Text: Technische UniversitÀt Braunschweig

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