Wo Wasserstoffmobilität schon Wirklichkeit ist

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Diskutierten heute das Potenzial von Wasserstoff in Mobilität und anderen Sektoren: (von links) Manfred Becker, Shell, Nikolas Iwan, H2 MOBILITY, Petra Möbius, Shell Station Hamburger Str; Ulrich Markurth, OB Braunschweig, und Minister Dr. Bernd Althusmann. Foto: H2 MOBILITY

Während in Deutschland diverse Großprojekte für die Produktion von grünem Wasserstoff (H2) in den Startlöchern stehen, wächst auch die Wasserstoff-Anwendungsseite kontinuierlich. So umfasst das bundesweite Netz an Wasserstoff-Tankstellen für Pkw mit Brennstoffzelle mittlerweile 91 Stationen. Im Rahmen der WOCHE DES WASSERSTOFFS NORD 2021 haben der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung Dr. Bernd Althusmann sowie Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth heute die H2 MOBILITY- Anlage an der Shell Station Hamburger Straße in Braunschweig besucht. Die Tankstellentechnik stammt vom Gase- und Technologieunternehmen Air Liquide.

Die WOCHE DES WASSERSTOFFS NORD 2021, die von den fünf norddeutschen Ländern unterstützt wird, verfolgt das Ziel, Wasserstoff in allen Sektoren anschaulich zu vermitteln. An einer H2-Tankstelle, wie der an der Shell Station in Braunschweig, wird Wasserstoff-Mobilität im wahrsten Wortsinn erfahrbar.

Dr. Bernd Althusmann, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung des Landes Niedersachsen, sagte im Rahmen eines Pressegesprächs: „Niedersachsen bietet das richtige Umfeld für den Aufbau einer umfassenden Wasserstoffwirtschaft. Wir müssen die herausragenden Potenziale dieses Moleküls noch viel ausgiebiger nutzen und nach und nach erschließen. Unser Land kann Vorbild und Technologieführer auf dem Weg hin zu einer klimaneutralen Mobilität und Wirtschaft werden, ohne dabei den Industriestandort Niedersachsen aus den Augen zu verlieren. Hierzu gehören auch unbedingt die Möglichkeiten, die der Wasserstoff im Verkehrssektor eröffnet. Für die straßengebundene Wasserstoffmobilität ist ein gutes Netz an Tankstellen ein wichtiger Meilenstein.“

Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth unterstrich: „Als Mobilitätsregion und als eine der forschungsintensivsten Regionen Europas verfügen wir hier über zahlreiche interessante Forschungsansätze und Projekte rund um das Thema Wasserstoff und Mobilität. Mit regionalen Aktivitäten und Netzwerken sind wir bemüht, die vorhandenen Aktivitäten und Akteure noch besser miteinander zu verbinden, um Synergien für Forschung und Entwicklung zu schaffen. Dafür ist die Wasserstofftankstelle als zentrale Infrastruktur ein wichtiger Baustein. Wasserstoff als Energieträger ist eine Zukunftstechnologie, auch im Blick auf Mobilität. Er ermöglicht die Speicherung elektrischer Energie, in großen Mengen und über lange Zeiträume. Der Einsatz macht vor allem da Sinn, wo eine Elektrifizierung nicht sinnvoll möglich ist. Das betrifft den Schwerlast-, den Schiffs- und den Flugverkehr sowie spezielle Industrieprozesse wie die Stahlerzeugung.“

Elektro-Fahrzeuge mit Brennstoffzelle werden mit Wasserstoff betrieben. Sie lassen sich genauso nutzen und erreichen vergleichbare Geschwindigkeit und Reichweiten wie Fahrzeuge mit Otto- oder Dieselmotor. Allerdings verursachen ihre Motoren weder Lärm noch Schadstoffe. Mit Reichweiten von 500 bis 700 Kilometer tanken z.B. H2-Autos in nur drei bis fünf Minuten. Wasserstoff bietet die Möglichkeit, das Kraftstoffangebot im Verkehrssektor klimafreundlich zu erweitern. Denn mithilfe von Wasserstoff, gerade wenn er mit erneuerbarer Energie erzeugt wird, lassen sich klimaschädliche CO-Emissionen deutlich senken.

Das Wasserstoff-Tankstellennetz in Deutschland wird immer dichter. H2-Stationen gibt es in Niedersachsen jetzt schon an sechs Standorten, neben Braunschweig auch in Hannover, Laatzen, Wolfsburg, Osnabrück und Stuhr. Eine weitere befindet sich in Oldenburg im Bau.

In den nächsten Monaten wird das erste Ausbauziel der H2 MOBILITY Deutschland von 100 Wasserstoff-Stationen erreicht. An allen H2-Tankstellen können Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (z.B. Kleintransporter) mit Wasserstoff betankt werden. An neun Standorten ist außerdem die Betankung von Bussen möglich. Ab 2021 werden weitere Stationen dort errichtet, wo kurzfristig eine Nutzfahrzeugnachfrage zu erwarten ist und wo eine öffentliche H2-Tankstelle für ein wachsendes Tankstellennetz sinnvoll ist.

Die Braunschweiger Anlage wurde bereits im November 2020 durch H2 MOBILITY Deutschland und ihre Gesellschafter Shell und Air Liquide in Betrieb genommen und fasst rund 200 Kilogramm Wasserstoff. Das reicht für die Betankung von 50 Fahrzeugen am Tag. In den ersten sechs Monaten hat sie bereits mehr als eine halbe Tonne Wasserstoff vertankt. Das bedeutet rund 50.000 Kilometer CO2-freies Autofahren.

Für den Bau der Wasserstoffstation in Braunschweig erhielt H2 MOBILITY Fördermittel aus dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

 

Text: Shell Deutschland Oil GmbH; H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG

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