So heizen Sie Ihr Auto im Winter richtig

Temperaturen nahe oder unter dem Gefrierpunkt verwandeln den fahrbaren Untersatz schnell in eine KĂŒhlkammer. Um den Fahrzeuginnenraum möglichst schnell und ohne grĂ¶ĂŸeren Energieverbrauch auf angenehme Temperaturen zu bringen, hilft eine gute Heizstrategie.

Motor nicht im Stand warmlaufen lassen

Es klingt verfĂŒhrerisch und ist trotzdem keine Lösung: den Wagen im Stand warmlaufen lassen, um den Fahrzeuginnenraum vorzuheizen und die Scheiben abzutauen. Im Stand braucht der Motor nĂ€mlich deutlich lĂ€nger, um Betriebstemperatur zu erreichen und verbraucht unnötig Sprit. Werden Fahrer:innen beim Warmlaufenlassen des Motors erwischt, riskieren sie zudem ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro.

Klimaanlage einschalten

Auch im Winter ist das Einschalten der Klimaanlage durchaus zu empfehlen. Eingeschaltet sorgt sie in der kalten Jahreszeit dafĂŒr, dass die Luftfeuchtigkeit im beheizten Cockpit niedrig bleibt und die Scheiben nicht beschlagen. Allerdings funktioniert die Klimaanlage nur bei Temperaturen ĂŒber 5 Grad Celsius. Ist es kĂ€lter, schalten die meisten Klimaanlagen automatisch ab, um Vereisungen zu verhindern. Damit die Klimaanlage Sommer wie Winter funktionsfĂ€hig ist, sollte sie jĂ€hrlich ĂŒberprĂŒft und alle zwei Jahre gewartet werden.

Gut ausgerĂŒstet

Handschuhe, Daunenjacke und MĂŒtze gehören im Winter zur StandardausrĂŒstung im Fahrzeug. Tragen Autofahrer:innen beim Fahren eine dicke Jacke, riskieren sie jedoch, dass der Sicherheitsgurt bei einem Aufprall nicht richtig hĂ€lt. Sicherer ist es deshalb, auf die Sitzheizung zurĂŒckzugreifen. Ist der fahrbare Untersatz damit nicht ausgestattet, sind beheizbare Sitzauflagen eine angenehme Alternative.

Heizung richtig einstellen

FĂŒr das optimale ErwĂ€rmen des Fahrzeuginnenraums kommt es auf die richtige Einstellung der Heizung an. Ist die Windschutzscheibe beschlagen, sollte das GeblĂ€se auf die höchste Stufe gestellt und die Luft auf die Scheibe geleitet werden. Erst wenn freie Sicht herrscht, können Fahrer:innen sich um die Regelung der Temperatur kĂŒmmern. Das GeblĂ€se wird dazu auf mittlere StĂ€rke zurĂŒckgeregelt und die DĂŒsen auf die Stellung Frontscheibe und Fußraum eingestellt. Die WĂ€rme kann dann von unten aufsteigen und den Fahrzeuginnenraum erwĂ€rmen. Die ideale Innenraumtemperatur liegt ĂŒbrigens bei 20 bis 21 Grad Celsius.

Stromfresser nach Gebrauch ausschalten

Beheizbare Scheiben und Außenspiegel sind praktische Funktionen, um schnell fĂŒr klare Sicht zu sorgen. Jedoch verbrauchen sie viel Energie und haben keinen Einfluss auf die Temperatur im Fahrzeuginnenraum. Nach getaner Arbeit sollten Fahrer:innen diese Zusatzheizungen deshalb schleunigst ausschalten, um die Batterie zu schonen und den Spritverbrauch nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Energiesparender hingegen sind ein beheiztes Lenkrad sowie die Standheizung. Bei letzterer gleicht sich der Energieverbrauch fĂŒr das Vorheizen durch den fehlenden Kaltstart fast wieder aus.

Heizen bei E-Autos

Der große Vorteil von E-Autos gegenĂŒber Verbrennern ist, dass aufgrund der elektrischen Heizung sofort warme Luft aus dem GeblĂ€se strömt. Um den Stromer akkusparend warm zu bekommen, bietet es sich an, die Heizungstemperatur im Fahrzeug niedriger einzustellen oder ganz auf Umluftbetrieb zu schalten. Sind E-Fahrer oder E-Fahrerinnen alleine unterwegs, genĂŒgt hĂ€ufig sogar das Einschalten der Sitz- und Lenkradheizung. Beide beeintrĂ€chtigen die Akkuleistung deutlich geringer als der elektrische Zuheizer.

Bei E-Autos bietet es sich zudem an, vor Fahrtantritt auf die Vorheizfunktion bzw. Standheizung zurĂŒckzugreifen. Dies hat einen doppelten Effekt: der Fahrzeuginnenraum wird warm und das Eiskratzen ĂŒberflĂŒssig. Die neueren E-Modelle lassen sich zudem ganz bequem per Smartphone-App vorwĂ€rmen. Um die Batterieleistung nicht zu vermindern, sollte das Auto wĂ€hrend dieses Vorgangs an der heimischen Wallbox oder an einer LadesĂ€ule angesteckt zu lassen.

Frank Eiber/ATU

Foto: A.T.U Auto-Teile-Unge