Sanierung der Stadthalle Ende 2024

Die Sanierung der Braunschweiger Stadthalle r├╝ckt n├Ąher. Zum Jahresanfang hat Natascha Wessling ihren Posten als Gesch├Ąftsf├╝hrerin der neu gegr├╝ndeten Hochbauprojekt-Sparte der Struktur-F├Ârderung Braunschweig GmbH (SFB) angetreten. Zum 1. M├Ąrz werden die Stellen f├╝r Projektmanagement und Projektsteuerung besetzt.

Stadthalle vorher – nachher | Foto: Stadt Braunschweig

„In Rekordzeit ist es gelungen, das Team zusammenzustellen, das die Sanierung unserer Stadthalle leiten wird“, freut sich Oberb├╝rgermeister Dr. Thorsten Kornblum. „Nun kann dieses anspruchsvolle und ambitionierte Projekt Fahrt aufnehmen. Wir kommen unserem Ziel, mit der sanierten Stadthalle wieder ein zeitgem├Ą├čes und wettbewerbsf├Ąhiges Tagungs- und Kongresszentrum zu schaffen, in absehbarer Zeit n├Ąher.“

Derzeit wird eine Gremienvorlage vorbereitet, damit der Rat im Mai ├╝ber die Auftragsvergabe an die SFB entscheiden kann.

„Die Zusammenarbeit mit Frau Wessling ist schon jetzt hervorragend und inhaltlich sehr intensiv. Das Ger├╝st f├╝r die vertragliche Zusammenarbeit steht“, sagt Holger Herlitschke, Dezernent f├╝r Umwelt, Stadtgr├╝n, Sport und Hochbau. „Das wesentliche Ziel, durch die Gr├╝ndung der Hochbaugesellschaft die st├Ądtischen Ressourcen zu entlasten und das Bauvolumen insgesamt zu erh├Âhen, wird damit erreicht.“

„Die Stadthalle hat als Kongress- und Tagungszentrum eine Schl├╝sselfunktion in Braunschweig, im Kanon mit den anderen Veranstaltungsst├Ątten ist sie unsere Spezialistin f├╝r solche Formate. Die geplante Konzerthalle w├╝rde einerseits eine Entlastung bewirken und der Stadthalle zus├Ątzliche Kapazit├Ąten f├╝r Tagungsformate verschaffen, andererseits k├Ânnte sie als sogenannte Special Event Location auch einen attraktiven Rahmen f├╝r besondere Anl├Ąsse und Abendprogramme bieten“, so Gerold Leppa, Wirtschaftsdezernent der Stadt Braunschweig. F├╝r die ├ťbergangszeit habe die Stadthallen Betriebsgesellschaft in Stadion und Volkswagenhalle Ausweichkapazit├Ąten geschaffen. Da diese die Stadthalle nicht vollst├Ąndig ersetzen k├Ânnten, w├╝rden derzeit auch andere Betreiber in Stadt und Region unterst├╝tzen.

Natascha Wessling hat sich in die Unterlagen eingearbeitet, sie analysiert und eine Agenda f├╝r das weitere Vorgehen entworfen. Ihre Mitarbeiterinnen nehmen in diesen Tagen sukzessive ihre Arbeit auf. „Priorit├Ąt hat jetzt, ein Fachplanungs-Team zu beauftragen“, erl├Ąutert die Gesch├Ąftsf├╝hrerin. Das nach einer Ausschreibung beauftragte Team soll im Sp├Ątsommer an den Start gehen und die Inhalte der vorliegenden Planung ├╝berarbeiten.

„Dies ist im Hinblick auf technische Weiterentwicklungen und unter dem Gesichtspunkt einer nachhaltigen, zeitgem├Ą├čen Sanierung, die zugleich die Forderungen des Denkmalschutzes erf├╝llt, erforderlich“, betont Wessling: „Dabei geht es zum Beispiel auch darum, Zielkonflikte aufzul├Âsen.“ So enthalte die Bausubstanz der 1960er Jahre konstruktiv bedingte W├Ąrmebr├╝cken. Andererseits stehe sie unter Denkmalschutz. „Hier m├╝ssen technische L├Âsungen entwickelt werden, um beides unter einen Hut zu bringen.“

Zudem sollen erneuerbare Energien in das Sanierungskonzept integriert, der Einsatz von Photovoltaik auf ungenutzten Dachfl├Ąchen gepr├╝ft werden. „Nicht nur die Sanierung, auch der sp├Ątere Betrieb der Stadthalle soll nachhaltig sein“, betont Natascha Wessling.

Natascha Wessling hebt zugleich hervor, dass Denkmalschutz und zeitgem├Ą├če Sanierung letztlich nicht im Widerspruch stehen. „Die strukturelle Funktionalit├Ąt der Stadthalle ist auch 60 Jahre nach der Er├Âffnung gro├čartig, die Anordnung der Foyers und S├Ąle zueinander sehr flexibel, liebevoll durchgeplante Details unterstreichen die unaufdringliche Eleganz, und auch die Akustik ist hervorragend“, sagt sie. „Indem wir das Denkmal Stadthalle sch├╝tzen, erhalten wir seine Funktionalit├Ąt. Der Ma├čanzug Stadthalle muss gereinigt und neu gef├╝ttert werden, aber sein Schnitt ist und bleibt perfekt.“

Nach aktueller Prognose werden die Kosten f├╝r die Sanierung bei rund 140 Millionen Euro liegen. Die Steigerung gegen├╝ber der Sch├Ątzung von 2019, die von 59,4 Millionen Euro ausging, ist vor allem auf die exorbitant gestiegenen Baukosten zur├╝ckzuf├╝hren. Rund 13 Millionen sind Mehraufwendungen f├╝r Ma├čnahmen, die sich seither als zus├Ątzlich erforderlich erwiesen haben. Verl├Ąssliche Prognosen zur Kostenentwicklung lassen sich erst im Laufe des geschilderten Planungsprozesses mit der Detaillierung der Ausf├╝hrung erstellen.

Ende n├Ąchsten Jahres sollen die Arbeiten beginnen. Voraussichtlich 2028 soll die Stadthalle wiederer├Âffnet werden. „Von einer k├╝rzeren Bauzeit auszugehen w├Ąre nicht realistisch“, sagt Wessling und nennt mehrere Faktoren bei der Bauausf├╝hrung, die Zeit beanspruchen. So muss der zu Beginn der Arbeiten erforderliche sorgf├Ąltige R├╝ckbau der Verkleidungen innen und au├čen denkmalpflegerisch dokumentiert werden, um sie w├Ąhrend der Bauphase auf- und umarbeiten und wieder sachgerecht einbauen zu k├Ânnen. Bei der Errichtung der Stadthalle verbaute Schadstoffe m├╝ssen fachgerecht und sicher entfernt werden, und bei der Wiederinbetriebnahme ist aufgrund der komplexen technischen Anlagen von einem mehrmonatigen Prozess auszugehen.

Natascha Wessling: „Wir freuen uns sehr auf unsere Aufgabe und nehmen die Herausforderung gerne an, die Sanierung im Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz, technischen Anforderungen und nachhaltigen Zukunftsthemen betrachten zu d├╝rfen. Die Sanierung der Stadthalle Braunschweig in ihren komplexen technischen und baukonstruktiven Zusammenh├Ąngen ist ein sehr interessantes Projekt, das sicherlich nicht nur Braunschweig bewegt, sondern auch viel Aufmerksamkeit in der Fachwelt finden wird.“